Warum ich consultED.U gegründet habe
Wie eine einfache Frage zur Gründung von consultED.U führte: Warum New Learning ohne New Work in Schulen scheitert. aus der Praxis einer Schulleitung.
Würdest du gerne Schüler:in an deiner eigenen Schule sein?
Ich habe mir diese Frage vor ein paar Jahren gestellt. Und die Antwort war: Nein, das wäre ich tatsächlich nicht gerne.
Nicht, weil meine Lehrkräfte schlecht wären. Nicht, weil der Lehrplan nicht intelligent aufgebaut wäre. Sondern weil ich als Schüler:in in einem System gelandet wäre, das mir wenig Raum lässt: Starre Stundenpläne. Vorgegebene Inhalte und Ziele. Wenig Mitbestimmung. Hohe Fremdsteuerung.
Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Ich muss mich dringend fragen, was ich als Schulleitung ändern muss, um die Bedingungen für meine Lernenden zu verbessern! Diese Frage hat mich nicht losgelassen. Sie wurde zum Ausgangspunkt meiner Masterarbeit über New Learning in der Physiotherapie-Ausbildung. Ein Scoping Review, das eine zentrale Frage beantworten sollte: Wie könnte Lernen aussehen, das nicht nur anders ist, sondern tatsächlich besser?
Was ist New Learning? Eine Definition aus der Praxis
New Learning hat (noch) keine feste wissenschaftliche Definition. Kein Lehrbuch, in dem steht: „So geht’s richtig.“ Aber das Konzept orientiert sich an den Prinzipien von New Work und beschreibt eine Art zu lernen, die drei Dinge vereint:
- Selbstorientierung und Autonomie: Lernende gestalten ihren Lernweg, statt nur Vorgaben abzuarbeiten.
- Digital unterstützt: Technologie wird gezielt eingesetzt, wo sie wirklich hilft und nicht, weil es gerade Trend ist. Analog und digital in Kombination sind am wirkungsvollsten.
- Sinnvoll: Was gelernt wird, hat Bezug zur echten Lebens- und (künftigen) Arbeitswelt der Lernenden, nicht nur zum Lehrplan.
Klingt logisch, oder? Ist es auch. Aber in der Umsetzung scheitern die meisten Schulen.
Meine Erkenntnis: Ohne New Work bleibt New Learning Theorie
Meine Recherche für die Masterarbeit hat mir zwei Dinge gezeigt: Erstens, es gibt viele gute Ansätze für zeitgemäßes Lernen, auch in der Physiotherapie-Ausbildung. Zweitens, in diesem Bereich transformiert bisher niemand systematisch und umfassend. Die größte Erkenntnis kam sowohl aus der Literatur, als aus meinem eigenen Schulalltag: New Learning kann nur funktionieren nur, wenn auch New Work gelebt wird.
Stell dir vor, du erwartest von Schüler:innen, dass sie eigenverantwortlich arbeiten. Gleichzeitig müssen Lehrkräfte jede Kleinigkeit absegnen lassen und warten Wochen auf Entscheidungen. Du forderst Fehlerkultur von Lernenden, während Lehrkräfte Angst vor Fehltritten haben. Du willst selbstständiges Denken fördern, aber Lehrkräfte arbeiten in Strukturen, die genau das verhindern. Das passt nicht zusammen. Und genau da liegt das Problem.
Schulentwicklung aus der Praxis: Warum ich anders berate
An diesem Punkt wurde aus einer akademischen Frage eine Mission.
Ich leite eine Berufsfachschule für Physio- und Ergotherapie. Das heißt: Ich stehe selbst vor denselben Fragen wie du. Wie startet man Veränderung, wenn der Alltag schon alle Kapazitäten frisst? Wie nimmt man ein Team mit, das zu Recht erschöpft ist? Wie entwickelt man eine Vision, wenn die Zeit für große Würfe fehlt? Mein Glück ist, mit einem motivierten Team und einem Träger zu arbeiten, der Entwicklung ermöglicht. Aber ich weiß auch: Nicht jede Schulleitung hat diese Bedingungen. Viele stehen unter enormem Druck, haben knappe Ressourcen und wenig Rückhalt.
Genau deshalb berate ich anders. Nicht mit Konzepten, die perfekte Bedingungen voraussetzen. Sondern mit realistischen Ansätzen, die auch dann funktionieren, wenn nicht alles ideal läuft. Aus dem Schulalltag heraus, nicht vom Schreibtisch. Und ich habe erlebt, dass Veränderung möglich ist. Nicht mit dem perfekten Masterplan, sondern mit realistischen Schritten. Nicht mit Konzepten, die nur auf dem Papier funktionieren, sondern mit dem, was tatsächlich umsetzbar ist.
Was macht Schulentwicklungs-Beratung bei consultED.U anders?
Beratung aus dem Alltag, nicht vom Schreibtisch: Ich sitze selbst in Meeting, kämpfe mit Budgets und weiß, wie es sich anfühlt, wenn Veränderung dringend nötig ist, aber die Ressourcen fehlen.
Kultur vor Technik: Die beste Software bringt nichts, wenn die Haltung fehlt. Ich begleite den Wandel, der wirklich etwas verändert, nicht den Einkauf von Tools.
Langfristig statt schnell: Schulentwicklung ist kein Sprint. Es ist ein Marathon ohne Ziellinie. Ich begleite Schulen über Monate und Jahre, nicht nur für einen Workshop.
New Work als Grundlage: Lehrkräfte brauchen die Freiheit, die sie auch Schüler:innen geben sollen. Ohne diese Basis bleibt alles andere Kosmetik.
Für wen ist consultED.U die richtige Beratung?
consultED.U ist entstanden, weil ich gemerkt habe: Diese Fragen stellen sich viele. Und viele Schulleitungen stehen damit allein da.
Du bist hier richtig, wenn:
- Du eine Schule leitest und spürst: So wie bisher geht es nicht weiter
- Dein Team erschöpft ist und jede Veränderung erst mal abgelehnt wird
- Du keine PowerPoint-Präsentationen brauchst, sondern echte Begleitung
- Du verstehst, dass Schulentwicklung Zeit braucht und kein Wochenend-Projekt ist
- Du bereit bist, auch an der Kultur zu arbeiten, nicht nur an Strukturen
Schulentwicklung ist ein Prozess, kein Projekt
Ich arbeite mit echten Schulen an echten Problemen. Keine Musterlösungen, die für alle passen sollen. Keine Versprechen, dass nach drei Monaten alles perfekt läuft. Sondern realistische Wege, die mit den vorhandenen Ressourcen funktionieren. Schulentwicklung hört nie auf. Aber genau deshalb lohnt sie sich.
Wenn du dich fragst, ob du gerne Schüler:in an deiner eigenen Schule wärst, und die Antwort ist nein: lass uns reden.
